50JahreFranz Hartinger: Zu meiner Person

Mit dem Orientierungslauf kam ich erstmals im Jahre 1967 durch Franz Trampusch in Berührung und habe seitdem keine OL-Saison ausgelassen - nicht als Läufer, nicht als Veranstalter – ab 1968 gemeinsam mit meinem Bruder Sepp - und letztlich auch nicht als Vereins- und Verbandsfunktionär. So versuche ich seit nunmehr 53 Jahren, OL-Posten zu finden, zu setzen und über all die Jahre junge Leute für diesen schönen, naturnahen Sport zu begeistern. Meine Ausbildung zum Lehrwart erfolgte in den Jahren 1967 und 1968; seit 1984 bin ich staatlich geprüfter Trainer für Orientierungslauf. Pionier in der Übungsleiter-Ausbildung in der Steiermark, auch in der Lehrer Aus- und Fortbildung war ich über viele Jahre im Einsatz.

Seit 1992 Mitarbeit im österreichischen und internationalen Schulsport und Tätigkeit als Technischer Delegierter bei Staatsmeisterschaften und World Ranking Events.

 

Franz Hartinger: Läufer, Betreuer, Veranstalter, Funktionär,...

Die OL - 90er in der Steiermark

Die 90er-Jahre waren im steirischen OL-Sport geprägt durch den Aufbau des OL-Landes-Leistungszentrums Steiermark, von gleich mehreren Staatsmeisterschaften im Fuß-OL, Ski-OL und der Meisterschaftspremiere im MTBO, Initiativen in der Übungsleiterausbildung und im Schulsport sowie einer Reihe von Kartenprojekten. Mit der Übernahme des Präsidentenamtes von Gerli Hoch im Jahre 1992 galt es, die erfolgreiche Aufbauarbeit im STOLV fortzusetzen und Strukturen für die Weiterentwicklung der heimischen OL-Talente aufzubauen.

Der Alpen – Adria Cup im Orientierungslauf – eine steirische Initiative

International ist es uns mit der Installierung des Alpen-Adria-OL-Komitees sicherlich gelungen. Nach der Premiere in der Steiermark im Jahre 1991 gibt es seit 1993 alljährlich diese Veranstaltung. Hans-Michael Jahnel (Schriftführer) hat mit mir (Vorsitzender) gemeinsam über vielen Jahre die entscheidenden Impulse gesetzt. Im Jahre 2004 habe ich den Vorsitz an Tomislav Kaniski (Kroatien) übergeben. Im STOLV haben Präsident Herwig Proske und „Vize“ Günter Kradischnig seither diese Arbeit in der Alpen-Adria-Region erfolgreich fortgesetzt.

Die Steiermark hat bisher an allen Alpen-Adria-Cups im OL teilgenommen und stellte 12mal das Siegerteam.

Alpen-Adria-Cup 1994 in Stinatz (Burgenland): das siegreiche steirische Team mit Franz Hartinger, Andreas Pölzl und Thomas Krejci

Alpen-Adria-Cup 1996 in Kistolmács - Zala (Ungarn): das siegreiche steirische Team mit Thomas Krejci,Jürgen Egger, Andreas Pölzl und Franz Hartinger

Vielzahl an Meisterschaften und Kartenprojekten

In diesem Jahrzehnt wurde von den steirischen Vereinen: OLC und HSV Graz, HSV Feldbach, TV Fürstenfeld, Leibnitzer AC und den Naturfreunden in Kindberg und Veitsch eine Vielzahl von Staatsmeisterschaften und Österreichischen Meisterschaften sehr erfolgreich und mit neuen Konzepten durchgeführt. Dazu gab es viele neue Kartenprojekte. Heimische Kartenzeichner waren sehr aktiv, u.a. kartierten Herwig Allwinger, Gerli Hoch, Thomas Krejci, Franz Neuhold, Hannes Pacher, Herwig Proske oder Hans Terler,…

1995 organisierte der HSV Aigen (Wolf Eberle) den ersten Weltcup-Lauf im Schi-OL auf der Tauplitz. Neue Gebiete wie Eisenerz, Graz -Straßgang, Gratkorn, Großsteinbach, Fürstenfeld, die Hebalm, Kapfenberg, oder 2000 das IGS - Gelände beim Schwarzl See in Unterpremstätten, Ehrenhausen, Leibnitz, Römerhöhle Aflenz-Wagna,… wurden für den OL erschlossen. Neben den oben genannten Vereinen zählten auch der HSV Gratkorn (Herbert Pendl) und die SU Straden (Christl Schober und Karl Lenz) mit Unterstützung der Feldbacher Heeressportler zu den aktiven heimischen Vereinen. Nicht unerwähnt bleiben soll die langjährige sehr gute Zusammenarbeit der SHS Weiz (Eleonore Faul und Edgar Perko) mit dem Leibnitzer AC.

Steirische Funktionäre waren 1999 auch bei der Organisation und Durchführung der zweiten Ski-OL-WM auf österreichischem Boden in Windischgarsten/OÖ an vorderster Front im Einsatz.

Park World Tour und Champions-Week

Mit den Läufen zur Park World Tour wurde 1997 in Graz und 1998 in Schladming OL- Geschichte geschrieben (OK: Sepp Hartinger, Franz Hartinger, Günter Kradischnig und Team).

Park World Tour 1997 in Graz: sensationeller 2. Platz durch Thomas Krejci. Sieger: Chris Terkelsen (DEN), 3. Platz: Mikael Boström (FIN)

Park World Tour 1998 in Schladming: das Podium bei den Damen: 2. Platz: Katarina Borg (SWE), Siegerin: Hanne Staff (NOR), 3. Platz: Sabrina Meister (SUI)

Die Veranstalter überraschten u.a. mit Live-Streaming im Internet, Videowall und Zielarena - erster Bewerb mit elektronischer Postenkontrolle.

Ein weiteres Highlight war 2000 ohne Übertreibung die Champions-Week (inoffizielle WM im Sprint-OL) in Leibnitz, mit Eliteläufern aus 41 Nationen und Wettkämpfen in Ehrenhausen (Qualifikation), Leibnitz (Finale) und am IGS-Gelände beim Schwarzl-See in Unterpremstätten (Mixed-Sprintstaffel).

Champions Week 2000: Jürgen Egger am Start zum Qualifikationslauf in Ehrenhausen

Dazu gab es Publikumsbewerbe mit dem Event: 7 Tage – 7 Läufe.

7 Tage - 7 Läufe 2000: Bewerb in der Römerhöhle bei Aflenz an der Sulm: Jürgen Hartinger und ein alter Römer (Franz Trampusch)

Beim IOF Weltkongress auf Schloss Seggau wurde u.a. der Austragungsmodus für Weltmeisterschaften geändert (Einführung von Sprint-Rennen und einer Weltmeisterschaft für Trail Orienteering) und die „Leibnitz Convention“ verabschiedet. Diese adressiert vor allem die Verbesserung der Qualität der Bewerbe und die entsprechende Medienpräsenz:

 

"WE, THE MEMBERS OF THE IOF, attending the 20th IOF General Assembly in Leibnitz, Austria, on the 4 August 2000, hereby declare that

It is of decisive importance to raise the profile of the sport to further the spread of orienteering to more people and new areas, and to get orienteering into the Olympic Games. The main vehicles to achieve this are:

  • to organise attractive and exciting orienteering events which are of high quality for competitors, officials, media, spectators, sponsors, and external partners
  • to make IOF events attractive for TV and Internet

We shall aim to:

  • increase the visibility of our sport by organising our events closer to where people are
  • make our event centres more attractive by giving increased attention to the design and quality of installations
  • improve the event centre atmosphere, and the excitement, by having both start and finish at the centre
  • increase television and other media coverage by ensuring that our events provide more and better opportunities for producing thrilling sports programmes
  • improve media service by better catering for the needs of media representatives (in terms of communication facilities, access to runners at start/finish and in the forest, continuous intermediate time information, food and beverages, etc)
  • pay more attention to promoting our sponsors and external partners in connection with our IOF events

We, the Members of the IOF, expect that these measures shall be considered by all future organisers of IOF events."

ÖFOL Neu

Nach der erfolgreichen Durchführung der Park World Tour in Graz ging das Streben der heimischen Funktionäre mit Gleichgesinnten aus anderen Landesverbänden auch in Richtung Neuorganisation des ÖFOL. In der Generalversammlung in Graz wurde 1997 eine neue Ära eingeleitet: Präsident: Gottfried Tobler (NÖ), Vize: Günter Kradischnig, Werbung: Sepp Hartinger, mit einer neu gestalteten Zeitung: „Orientierung“ (Redaktion: Jürgen Hartinger). Viele neue Ideen brachten einen neuen Weg in der Arbeit des Fachverbandes.

Veranstaltungen in der Steiermark

Die Steirer präsentierten sich als perfekte Organisatoren:

1991  Österreichische Langstrecken Meisterschaft in St. Martin im Sulmtal

          (Veranstalter: Leibnitzer AC)

          Alpen-Adria Cup in Graz und Gleinstätten

          (Veranstalter: HSV Graz, OLC Graz, Leibnitzer AC)

1993  Österreichische Meisterschaft - Ski-OL-Staffel auf der Hebalm

          (Veranstalter: HSV Graz)

1994 Tio Mila in Leibnitz

          (Veranstalter: Leibnitzer AC)

Tio Mila Austria 1994 in Leibnitz: Franz Hartinger interviewt Günter Kradischnig

1994 Junioren Europacup und der Staatsmeisterschaft in Lieboch

          (Veranstalter: OLC Graz)

1995 Österreichische Nachwuchs- und Seniorenmeisterschaft im Kaiserwald (Wundschuh)

          (Veranstalter: HSV Graz)

Österr. Meisterschaft im „Ultra“ Langstrecken-OL in Lieboch

          (Veranstalter: OLC Graz)

1995  Weltcup im Ski-OL auf der Tauplitz

          (Veranstalter: HSV Aigen)

          Staatsmeisterschaft im Karwald bei Gabersdorf in der Steiermark

          (Veranstalter: Leibnitzer AC)

1996 Österr. Meisterschaft im Ski-OL in Krieglach

          (Veranstalter: TVN Veitsch)

Österreichische Meisterschaft im Langstrecken-OL im Kaiserwald

          (Veranstalter: HSV Graz)

1996  Österreichische Meisterschaft im Sprint (erstmals in zwei Läufen) in Paldau

  (Veranstalter: HSV Feldbach)

1997  Staatsmeisterschaft im Staffel-OL in Heimschuh

          (Veranstalter: Leibnitzer AC)

1998 Alpencup und ÖM im Schi-O in Hall bei Admont

          (Veranstalter: OLC Graz)

          Staatsmeisterschaft und ÖM auf der Kurzdistanz in Gratkorn

          (Veranstalter: HSV Gratkorn)

1999  Österreichische Meisterschaft im Langstrecken-OL in Lieboch

          (Veranstalter: OLC Graz)

1999 Erste Staatsmeisterschaft im MTBO in Bad Mitterndorf (Veranstalter: HSV Aigen)

2000 Österreichische Nachwuchs und Seniorenmeisterschaft in Großsteinbach

          (Veranstalter: TV Fürstenfeld)

Park World Tour

1997 in Graz

1998 in Schladming

2000 Championsweek in Leibnitz, mit Eliteläufern aus 41 Nationen

          IOF Weltkongress auf Schloss Seggau (Leibnitz Convention)

          7 Tage – 7 Läufe

Erfolge im Schulsport

1993 wurden in Worriken/Belgien die ersten Schulweltmeisterschaften ausgetragen.

Die Steirer waren immer mit starken Nachwuchsathleten vertreten. Bei der Premiere u.a. am Start: Jürgen und Ulrike Hartinger, Willi Frauwallner.

Die Sporthauptschule Weiz (Betreuer: Eleonore Faul und Edgar Perko) schaffte zwei Mal die Qualifikation. Die Burschen holten in Estland und Lettland jeweils Platz drei und Bronze.

ISF Schul-WM 1997 in Italien: Silber im Selected Team für die Leibnitzer Florian Kölbl, Christoph Weiß und Peter Hartinger sowie den Villacher Michael Hohenwarter; Betreuer: Christian Breitschädel.

Im neuen Jahrtausend folgten das BG Fürstenfeld (Betreuer Rudi Hudax und Joachim Friessnig) und das BG Kirchengasse aus Graz (Betreuer: Hannes Pacher). Für das beste Resultat sorgten die Mädchen des BG Kirchengasse (Lisa Pacher,…) im Jahre 2009 mit Platz zwei in der Teamwertung (Madrid/Spanien).

Leistungssport

In der zweiten Hälfte der 90er trug die erfolgreiche Arbeit im Landesleistungszentrum bei Staatsmeisterschaften ihre Früchte. Ulrike Hartinger (Leibnitzer AC) begründete 1994 mit ihrem Sieg bei der Staatsmeistmeisterschaft im Sprint und 1996 auf der klassischen Distanz die Ära der „steirischen Staatsmeister“. Danach triumphierten Jürgen Egger (Leibnitzer AC), Thomas Krejci (vom OLC Graz, fünf Mal in Serie) und das LAC Trio Jürgen Egger, Jürgen Hartinger und Christian Mohn in der Staffel und in der Mannschaft. Die Steirer stellten in diesen Jahren das Gros der Nationalmannschaft und damit der Teams bei Weltcupläufen und Weltmeisterschaften.

 

Ein typisches Siegerbild bei Staatsmeisterschaften in den 1990ern: Silber für Michael Stockmaier (HSV Wiener Neustadt), Sieger Thomas Krejci (OLC Graz), Bronze für Jürgen Egger (Leibnitzer AC) (Staatsmeisterschaft Langdistanz 1998, Henndorfer Wald)

Das österreichische Team bei der WM 1997 in Schottland mit den Steirern Ulrike Hartinger, Christian Mohn, Egger Egger und Thomas Krejci; Teamarzt: Michael Wendler.

Im Jahre 2000 ersuchte ich Gerfried Hoch, die „Leitung des STOLV“ geschäftsführend zu übernehmen. Die Vorbereitungsarbeiten für die Championsweek in Leibnitz, auf den IOF Weltkongress auf Schloss Seggau und die Durchführung von „7 Tage – 7 Läufen“ erforderten viel Zeit und mein ganzes Engagement.

(Bericht und alle Fotos: Farnz Hartinger)